Rheingau. Ministerpräsident Volker Bouffier hat Hessen Mobil gebeten, die Planung zur Beseitigung des Bahnübergangs im Zuge der B 42 am Rüdesheimer Bahnhof zu beschleunigen. Dies hat er in einem Schreiben der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper mitgeteilt. Sie hatte sich angesichts der zeitlichen Verzögerungen des Straßenprojekts beim Regierungschef dafür eingesetzt, dass das Land alles in seiner Macht Stehende unternimmt, damit eine Überschneidung der Bauarbeiten mit der Bundesgartenschau (BUGA) 2031 im Mittelrheintal verhindert wird.

„Der Ministerpräsident hat Hessen Mobil beauftragt, die BUGA bei der weiteren Zeitplanung zu beachten. Er ist zuversichtlich, dass eine Umsetzung der Maßnahme vor Beginn der Großveranstaltung erfolgen kann“, so die Abgeordnete. Die rechtzeitige Lösung des Rüdesheimer Verkehrsproblems sei eine grundlegende Voraussetzung, damit die BUGA im Mittelrheintal ein Erfolg werden könne.

Der Auftrag von Bouffier an Hessen Mobil sei eindeutig. „Der Ministerpräsident ist ein überzeugter Befürworter der BUGA und möchte, dass diese Chance im Interesse unserer Region genutzt wird“, erläutert Petra Müller-Klepper. Deshalb habe er persönlich dafür gesorgt, dass sich das Land beteilige und mit der beachtlichen Fördersumme von 6,3 Millionen Euro einbringe. Zugleich kenne er die äußerst problematische Verkehrssituation in Rüdesheim aus eigener Anschauung und wisse um die schwierigen Bedingungen einer Lösung. „Der drohende Konflikt ist für ihn sofort nachvollziehbar gewesen und das Anliegen bei ihm auf offene Ohren gestoßen.“

Es müsse die erforderliche Verkehrsinfrastruktur vorhanden sein, damit die Menschen an den Ort des Geschehens kommen könnten und der Besuch nicht durch Bauarbeiten und Umleitungen zu einem unerfreulichen Erlebnis werde. „Eine Großbaustelle am Tor des Welterbegebiets im Herzen von Rüdesheim würde die Veranstaltung beeinträchtigen und die Mobilität der Besucher erheblich einschränken. Vor allem die Lenkung der zu erwartenden Gästeströme aus dem Rhein-Main-Gebiet wäre dann ein Riesenproblem“, betonte die CDU-Politikerin.

Bouffier skizziert im Schrieben an die Abgeordnete den aktuellen Stand des Straßenprojekts, das durch komplexe Planungsrandbedingungen geprägt sei, die eine Vielzahl von Analysen, Untersuchungen und Abstimmungen mit den betroffenen Behörden erforderlich machten. Derzeit werde die bauliche und technische Machbarkeit der ermittelten Lösungsvarianten untersucht – im Hinblick auf den schwierigen Baugrund, die verkehrlichen Folgewirkungen und bauzeitlichen Einschränkungen für die Verkehre auf der B 42, der Schiene, des Rheinradwegs und des Fähranlegers. Danach schließe sich die Kostenermittlung an.

Nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse werde 2019 der Variantenvergleich vorgenommen, der für die Abstimmung mit dem Bund als Vorhabenträger und das zukünftige Planfeststellungsverfahren erforderlich sei. „Im Anschluss folgen die weiteren Planungsphasen Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung mit Schaffung des Baurechts und Ausführungsplanung. Auch in diesen Phasen werden Abstimmungen mit den zahlreichen Projektbeteiligten und Betroffenen erforderlich werden“, so der Ministerpräsident. Eine verbindliche Aussage zu einem möglichen Baubeginn sei aufgrund des frühen Planungsstadiums und der schwierigen Randbedingungen mit großen Unsicherheiten und Risiken behaftet. Unabhängig davon habe er die Bitte um Beschleunigung an Hessen Mobil übermittelt.

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