Rüdesheim. Die Untersuchung zur baulichen und technischen Machbarkeit der vier ermittelten Varianten, die für eine Beseitigung des Bahnübergangs auf der B 42 am Bahnhof in Rüdesheim in Frage kommen, soll bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Dies hat der Hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper auf ihre Anfrage mitgeteilt. Sie hatte bei ihm erneut dafür geworben, das Vorhaben mit hoher Priorität zu behandeln,

„Die parallele Verkehrsführung von B 42 und Bahntrasse entlang des Rheins und ihre Kreuzung sind ein Nadelöhr für den örtlichen, regionalen und überregionalen Verkehr, unter dem die Bürgerinnen und Bürger aus Rüdesheim und der Region, Besucher und Durchreisende Tag für Tag leiden. Die Beseitigung des Bahnübergangs, der den Verkehrsfluss in Rüdesheim und die Anbindung des unteren Rheingaus massiv behindert, ist ein Schlüssel zur Lösung eines zentralen Verkehrsproblems für die Stadt und die gesamte Region. Sie muss mit Nachdruck vorangebracht werden, um die Belastungen durch Staus, Wartezeiten, Lärm und Schadstoffbelastung zu reduzieren“, verdeutlichte die CDU-Politikerin.

Der Minister weist darauf hin, dass sowohl die Entwicklung der Lösungsvarianten ebenso wie eine Umsetzung von den schwierigen Planungsrandbedingungen in Rüdesheim geprägt seien - wie dem engen Fluss- und Talraum, dem Rhein als Bundeswasserstraße, den Verkehrsanlagen der Bahn, der Bebauung, den unter Denkmalschutz stehenden baulichen Anlagen, der Topographie mit den Weinbergen und dem Fähranleger. Bei der laufenden Prüfung würden die Machbarkeit der Varianten im Hinblick auf den schwierigen Baugrund sowie deren Folgewirkungen und bauzeitliche Einschränkungen bezüglich der Verkehre der Bahn, der B 42, des Fähranlegers und des Rheinradwegs untersucht. Neben den erforderlichen Sperrungen und Sperrzeiten ermittele man auch die sich daraus ergebenden Kosten.

Nach Vorlage der Ergebnisse werde im Jahr 2019 ein Variantenvergleich durchgeführt. Er werde ebenso wie die daraus hervorgehende Vorzugsvariante mit dem Bundesverkehrsministerium als Vorhabenträger und den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt. Petra Müller-Klepper hält eine Überführung der B 42 über die Bahnstrecke für nicht vertretbar und wirbt deshalb für eine unterirdische Lösung, was sie auch in Gesprächen mit Staatsekretär Samson und Hessen Mobil bereits hinterlegt hat. "Eine Überführung würde das Stadtbild von Rüdesheim und das Landschaftsbild des Rheingaus negativ verändern. Wenn schon der Tunnel nicht kommt, dann darf die Situation nicht weiter verschlechtert werden. Eventuelle Mehrkosten für eine Unterführung sind auch mit Blick auf den Welterbe-Status durchaus zu rechtfertigen.“

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