Eltville. In Eltville kann demnächst mit finanzieller Unterstützung des Landes eine Gemeindeschwester die Arbeit aufnehmen. Wie die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper von Sozialminister Kai Klose erfahren hat, ist die Stadt in das Landesprogramm „Gemeindeschwester 2.0“ aufgenommen worden.

„Das Land hat Fördermittel in Höhe von 21.200 Euro für den Einsatz einer Gemeindeschwester im zweiten Halbjahr 2019 bewilligt. Sie wird mit präventiven Hausbesuchen, Beratung und Vermittlung von Hilfen das große soziale Netzwerk ergänzen, über das Eltville als familienfreundliche Stadt bereits verfügt“, teilte die CDU-Politikerin mit. Eltville sei hessenweit die sechste Kommune, die mit Unterstützung des Landes ein solches Angebot etabliere.

Die Abgeordnete hat die Antragstellung unterstützend begleitet und freut sich, dass der Vorschlag der Senioren Union Eltville, die Versorgungslandschaft in Eltville um eine bei der Stadt angesiedelte Gemeindeschwester weiter zu verbessern, nun umgesetzt wird. Sie dankte Bürgermeister Patrick Kunkel, der sofort von der Idee überzeugt gewesen sei und engagiert mit seinem Team in der Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet habe, das beim Land Anerkennung gefunden habe und nun Grundlage für die Tätigkeit der Gemeindeschwester sein werde.

„Die Gemeindeschwester kann sich durch Besuche bei älteren Menschen ein Bild von der Versorgungssituation verschaffen, um anschließend in enger Abstimmung mit den Betroffenen Unterstützungsleistungen anzuregen und zu koordinieren. Sie schließt gezielt eine Lücke zwischen medizinischer und psychosozialer Versorgung für Menschen, die noch keinen Pflegebedarf im Sinne des Sozialgesetzbuches haben“, erläuterte Petra Müller-Klepper.

Die Versorgung älterer Menschen umfasse mehr als medizinische Untersuchung und Behandlung. Gerade im Alter, wenn neben körperlichen Erkrankungen auch Einschränkungen im Alltag zum Tragen kommen, benötigten viele Menschen einen Ansprechpartner, der notwendige Hilfen organisiere. „Dieses sich Kümmern um die psychosozialen Belange älterer Menschen ist Kernaufgabe der Gemeindeschwester“, so die Abgeordnete.

„Die Gemeindeschwester ergänzt die bestehenden Strukturen sinnvoll, indem sie einen sich abzeichnenden Unterstützungsbedarf älterer Menschen im Bereich der medizinischen Versorgung, Unterstützung im Alltag und sozialen Teilhabe bereits im Vorfeld von schwerer oder chronischer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit erfasst und Hilfen vor Ort vermittelt“, betonte Petra Müller-Klepper.

Die Gemeindeschwester trage dazu bei, dass ältere Menschen trotz bestimmter Einschränkungen so lange wie möglich in ihrem vertrauten Wohnumfeld bleiben können. Einem erkennbaren Unterstützungsbedarf vieler Senioren werde so Rechnung getragen. Zugleich werde durch diese Betreuung der Isolation und Vereinsamung älterer Menschen entgegen gewirkt.

Das Förderprogramm des Landes sei Mitte 2018 gestartet, erfolgreich angelaufen und werde in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Es umfasst Personalkostenzuschüsse für entsprechend qualifizierte Fachkräfte. Antragsberechtigt sind Kommunen und Hausärzte, die Gemeindeschwestern einsetzen möchten. 2019 stehen hierfür 1,85 Millionen Euro zur Verfügung. Aktuell werden 15 Gemeindeschwestern gefördert, die bei Kommunen oder in Arztpraxen angestellt sind. Die Förderlinie „Gemeindeschwester 2.0“ ist Teil der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“, mit der das Land die Versorgung im ländlichen Raum unterstützt.

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