Oestrich-Winkel. Als Hiobsbotschaft für die betroffenen Arbeitnehmer und das regionale Wirtschaftsleben hat die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper die angekündigte Schließung des Werks der Firma Koepp in Oestrich bezeichnet. Das geplante Aus für den Standort bedeute den Verlust wohnortnaher Arbeitsplätze und eines Traditionsunternehmens, das die Entwicklung von Oestrich und der gesamten Region über 150 Jahre geprägt habe.

"Die Entscheidung ist überraschend und nicht nachvollziehbar, da das Unternehmen nach dem Störfall im Jahr 2012 massiv in den Standort investiert hat. In Gesprächen mit den politisch Verantwortlichen vor Ort und bei Besuchen gab es von Seiten der Geschäftsführung keinerlei Anzeichen, dass das Werk in Frage gestellt wird," erklärte die Abgeordnete.

Es gebe keinerlei Hinweise auf wirtschaftliche Schwierigkeiten. Bei Liquiditätsproblemen könne das Land mit Bürgschaftshilfen unterstützend wirken. Diese seien aber offensichtlich nicht gegeben.

Die CDU-Politikerin appellierte an die Firmenleitung, die Entscheidung nochmals auf den Prüfstand zu stellen und hierbei die Interessen der Arbeitnehmer in den Blick zu nehmen. "Bei strategischen Unternehmensentscheidungen darf die soziale Verantwortung für die Beschäftigten nicht außen vor bleiben."

Sollte die Entscheidung für das Aus unumkehrbar sein, stehe die Firmenleitung in der Pflicht, umgehend die Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit zu suchen und ihren Beitrag zu leisten, dass die Beschäftigten weiterhin ihren Lebensunterhalt sichern könnten. "Dann müssen alle arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen genutzt werden, damit die betroffenen Arbeitnehmer so schnell wie möglich eine Anschlussbeschäftigung bekommen", forderte Petra Müller-Klepper. Möglicherweise komme die Bildung einer Transfergesellschaft in Betracht. Mit diesem Instrument werde das Ziel verfolgt, Mitarbeiter eines Betriebes im Rahmen einer maximal einjährig befristeten Beschäftigung und damit ohne zwischenzeitliche Arbeitslosigkeit in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln.

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