Anreize für innovative Entwicklungen

Rheingau. Für das „Hessische Förderungs- und Entwicklungsprogramm Wein“, das in den Weinanbaugebieten Rheingau und Bergstraße zur Anwendung kommt, gilt eine neue Richtlinie. Dies hat die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper auf ihre Anfrage von Ministerin Priska Hinz erfahren, die mit ihrem Ressort für den Weinbau zuständig ist.

„Die neue Richtlinie ist Teil des Nationalen Stützungsprogramms für den Weinsektor und regelt dessen Umsetzung in Hessen bis zum Programmende am 15. Oktober 2018. Die Landesregierung stellt damit sicher, dass die EU-Mittel den Winzern zur Verfügung stehen. Gefördert werden drei Bereiche: die Umstrukturierung und Umstellung von Rebflächen, Investitionen in technische Anlagen, Geräte in der Kellerwirtschaft und in die Vermarktung sowie Innovationen im Weinsektor“, erläuterte die CDU-Politikerin.

Ziel des Programms sei die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Weinbaubetriebe. „Dies geschieht, indem strukturelle und standortspezifische Anpassungsmaßnahmen in den Weinbergen sowie Maßnahmen zur Rationalisierung und Qualitätssteigerung in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung gefördert werden“, so Petra Müller-Klepper. Darüber hinaus würden gezielt Neuentwicklungen unterstützt und damit möglich gemacht.

Gegenüber der bisherigen Fassung seien mit der Novellierung drei Änderungen vorgenommen worden. „Die bisherige Förderung des Absatzes von Wein ist gestrichen worden, da die Maßnahme so gut wie nicht in Anspruch genommen worden ist“, hat die Ministerin der Abgeordneten mitgeteilt. Gegen eine Fortführung habe auch der unverhältnismäßig hohe Prüfaufwand gesprochen. Zudem bestehe mit einem vergleichbaren Programm der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine gute Alternative.

„In den Kreis der Zuwendungsempfänger sind wieder diejenigen Weinbaubetriebe aufgenommen worden, die nicht der Gruppe der ‚Kleinst- sowie Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU)‘ zuzurechnen sind“, skizziert Petra Müller-Klepper die zweite Änderung. Allerdings werde der Zuwendungssatz für diese Antragsteller auf 20 Prozent gesenkt. Dies sei die Hälfte des maximal zulässigen Förderungssatzes, der für KMU-Unternehmen gelte. Im Zuge der Novellierung wurde zudem der Antragstermin für Zuwendungen zur Umstrukturierung von Rebflächen vom 15. November auf den 31. August des Antragsjahres vorverlegt.

„2017 und 2018 stehen für die Umsetzung des Programms im Rheingau und an der Bergstraße EU-Mittel in Höhe von jeweils 1,3 Millionen Euro zur Verfügung“, so die Landtagsabgeordnete, die weinbaupolitische Sprecherin der CDU-Fraktion ist. Zuständige Bewilligungsbehörde ist das Weinbauamt in Eltville. Die EU-Kommission habe bereits mitgeteilt, dass das Programm über 2018 hinaus fortgesetzt werden soll. Die Höhe der ab 2019 verfügbaren Finanzmittel stehe aber noch nicht fest.

Das Hessische Förderungs- und Entwicklungsprogramm Wein umfasst drei Förderbereiche:

Umstellung und Umstrukturierung von Rebflächen

Durch die Förderung von Umstrukturierungsmaßnahmen wird den Weinbaubetrieben Unterstützung gewährt, damit sie der aktuellen Entwicklung des Weinmarktes, des Verbraucherverhaltens und der klimatischen Bedingungen Rechnung tragen können. Es gibt Zuwendungen für die Umstellung auf marktgerechte Rebsorten und Edelreis-Unterlagen-Kombinationen, die an den Klimawandel und die ökologischen Rahmenbedingungen angepasst sind.

Ebenso werden Maßnahmen gefördert, die eine fortschrittliche, rationellere Bewirtschaftung ermöglichen, wie die Änderung der Zeilenbreite oder eine Umstellung von Steillagenflächen auf Querterrassierung. Zuschüsse gibt es auch für die Installation von Bewässerungsanlagen und die Errichtung oder Wiederherstellung von Weinbergsmauern. Die Höhe der Fördersätze ist gestaffelt nach Einzelmaßnahmen und Hangneigung der Rebflächen.

Investitionsförderung

Um die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit des Weinbaus zu stärken, stehen aus dem Programm Zuschüsse für Investitionen in Verarbeitungseinrichtungen, die betriebliche Infrastruktur und Vermarktung bereit. Weiteres Ziel dieses Förderzweiges ist die Einsparung von Energie und die Einführung nachhaltiger Prozesse in den Betrieben.

Anschaffungen von Einrichtungen und Geräten zum schonenden Traubentransport, zur qualitätssteigernden Traubenverarbeitung, zum Weinausbau und Lagerung sind ebenso zuwendungsfähig wie die Schaffung oder Modernisierung von ortsfesten Verkaufs- und Präsentationseinrichtungen. Auch können Aufwendungen für innovative Vermarktungs- und Marketingkonzepte sowie Kooperationsmodelle und Konzepte zur Vermarktung von neu entwickelten Qualitätsprodukten gefördert werden.

Innovationen im Weinsektor

Die Entwicklung neuer Qualitätsprodukte sowie die Einführung neuer Verfahren und Technologien zur Qualitätsverbesserung bei Traubenverarbeitung, Weinausbau und Lagerung können unterstützt werden. Für jedes Vorhaben ist eine Kooperation mit einer der anerkannten wissenschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsstellen des Weinsektors einzugehen.

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