Land unterstützt Integrationsarbeit

Rheingau-Taunus. Das WIR-Programm des Landes Hessen, mit dem die Integration in den Städten und Gemeinden unterstützt wird, zeigt nach Ansicht der Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth im Rheingau-Taunus positive Wirkung. „Die Landesinitiative wird kreisweit rege genutzt – WIR wirkt. Durch die Unterstützung des Landes werden vielseitige und nachhaltige Integrationsmaßnahmen ermöglicht, die das Miteinander fördern. 2017 sind im Rahmen des Programms 115.280 Euro für 11 Fördermaßnahmen in den Rheingau-Taunus geflossen. Für das laufende Jahr wurden in den ersten Wochen bereits 12 Anträge aus dem Kreisgebiet eingereicht“, erklärten die CDU-Politiker.

Ein Schwerpunkt der Integrationsfördermaßnahmen, die das Land fördere, sei das Engagement ehrenamtlich tätiger Integrationslotsen. „Hier ist der Rheingau-Taunus hervorragend aufgestellt. Landesweit gibt es 40 Kommunen, in denen Integrationslotsen im Einsatz sind. Davon befinden sich 7 in unserem Kreis: Aarbergen, Eltville, Idstein, Lorch, Oestrich-Winkel, Rüdesheim und Taunusstein“, betonten Müller-Klepper und Beuth. Sie dankten den Städten und Gemeinden für die Initiative.

Mit 52.390 Euro sei nahezu die Hälfte der Fördersumme aus dem WIR-Programm in diese Arbeit geflossen Es sei der Einsatz von insgesamt 61 Integrationslotsen in den Kommunen gefördert worden. Auf die Kommunen entfielen folgende Förderbeträge: Aarbergen 6.440 Euro, Eltville 6.210, Idstein 10.780, Lorch 6.210, Oestrich-Winkel 4.140, Rüdesheim 2.580, Taunusstein 15.305. Zudem wurde mit 725 Euro ein Vertiefungsseminar unterstützt, das der Rheingau-Taunus-Kreis für 10 Lotsen durchgeführt hat.

„Integrationslotsen haben eine wichtige Brückenfunktion, indem sie durch ihre Begleitung und Beratung Migrantinnen und Migranten bei der Orientierung und Teilhabe Hilfestellung geben und zugleich Ämtern und Institutionen die Arbeit erleichtern“, unterstrichen die Abgeordneten. Die Einsatzpalette der Lotsen sei breit und reiche von der Begleitung zu Arztterminen über die Unterstützung bei Behördengängen und Antragsstellungen bis hin zur Übersetzung bei Elternabenden. Dieses vorbildliche bürgerschaftliche Engagement sei ein wirkungsvoller Beitrag zu einer gelingenden Integration. Mit dem Kompetenzzentrum Vielfalt – WIR Lotsen habe das Land eine Servicestelle für die Integrationslotsen geschaffen, die sie durch Information, Beratung und Begleitung stärken sowie deren Vernetzung ermöglichen soll.

Koordinationsstelle im Kreishaus

Aus dem WIR-Programm hat das Land dem Rheingau-Taunus-Kreis 2017 Personalmittel in Höhe von 50.000 Euro für die Fortführung der WIR-Koordinationsstelle zur Verfügung gestellt. „Die Koordinationskräfte haben den Auftrag, die interkulturelle Öffnung von Verwaltungen, Verbänden und Vereinen sowie den Aufbau einer Anerkennungskultur voran zu bringen. Mit der WIR-Koordinationsstelle werden das regionale Integrationsmanagement, die Vernetzung aller Akteure und Organisationen sowie verschiedene Integrationsprojekte vor Ort unterstützt und gefördert“, so die Landespolitiker. Das Ministerium für Soziales und Integration begleite die Koordinationskräfte durch regelmäßige Informations- und Arbeitstreffen.

Weitere 3.890 Euro flossen an den Kreis für die Durchführung des Projekts „Interkulturelle Frauenräume“, das sich an zugewanderte Frauen und Mädchen richtet. 9.000 Euro erhielt die Philipp-Kraft-Stiftung in Eltville als Anschubfinanzierung für den „Jugendpark der Kulturen“, der im Ostgarten der Kurfürstlichen Burg entstehen soll. „Eltviller Jugendliche, junge Migranten und Flüchtlinge wollen dort im interkulturellen Miteinander einen Ort der Begegnung schaffen“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth.

Das Beispiel des Rheingau-Taunus zeige, dass der Ansatz der Landesregierung, strategische Integrationspolitik vor Ort zu stärken und gleichzeitig die Arbeit der Träger und Kommunen zu unterstützen, erfolgreich sei. „Das Programm ist ein wichtiges und hilfreiches Instrument für eine nachhaltige Integrationsarbeit in der Region“, betonten die Abgeordneten. Für dessen Fortführung stehen landesweit im Jahr 2018 insgesamt über 10 Millionen Euro bereit, die von den Kommunen, kirchlichen und gemeinnützigen Trägern in Hessen genutzt werden können. Neben innovativen Modellprojekten und der Stärkung von Migrantenorganisationen werden die WIR-Koordinatoren und Fallmanager für Geflüchtete, die Sprachförderung und die Förderung ehrenamtlich tätiger Integrationslotsinnen und –lotsen weiterhin unterstützt.

Ziel des WIR-Programms sei, allen Menschen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund - eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und ein Leben frei von Diskriminierung und Ausgrenzung zu ermöglichen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. „Gelingende Integration erfordert gleichermaßen Anstrengungen der Migrantinnen und Migranten und der Aufnahmegesellschaft. Für alle gelten dabei die Werteordnung und die Anerkennung sowohl unseres Grundgesetzes als auch unserer Kultur“, so die Abgeordneten.

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