Rheingau-Taunus. Die Erweiterung des Kooperationsverbundes, in dessen Rahmen bisher die fünf Rheingauer Kommunen Geisenheim, Eltville, Oestrich-Winkel, Lorch und Rüdesheim sowohl gemeinsam ihre Gemeinde-/Stadtkasse als auch das Steueramt betreiben, um die Gemeinde Kiedrich wird vom Land unterstützt. Diese positive Nachricht hat die Landtagsabgeordnete Petra Müller-Klepper aus dem Hessischen Innenministerium erhalten. „Es kann mit 25.000 Euro gerechnet werden“, teilte die CDU-Politikerin mit.

Die CDU-Politikerin hatte das Innenministerium auf den Vorbildcharakter des Projekts hingewiesen und geworben, dass für den Ausbau des Verbunds eine Bezuschussung aus dem Programm zur Unterstützung der interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) erfolgt. „Eine Zusammenarbeit in dieser regionalen und inhaltlichen Breite in zwei zentralen und originären Bereichen der Kommunalverwaltung ist ein außergewöhnliches Projekt, das sich zudem durch eine Serviceorientierung auszeichnet. Es ist beispielhaft.“

Petra Müller-Klepper freut sich, dass der Einsatz erfolgreich war. Denn die Begründung des IKZ-Verbundes Kasse und Steueramt sei bereits in der Vergangenheit vom Land mit 100.000 Euro unterstützt worden. „Damit ist die Obergrenze der Regelförderung erreicht. Aufgrund der besonderen Qualität des Projekts durch die kombinierte Aufgabenwahrnehmung kann es jedoch einen Zuschlag geben.“ Zu diesem Ergebnis sei das Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit im Ministerium nach intensiver Prüfung gekommen. Dessen Leiter habe auch Gespräche mit Bürgermeister Christian Aßmann aus Geisenheim, wo die gemeinsamen Einheiten angesiedelt sind, und dem Kiedricher Rathauschef Winfried Steinmacher geführt.

„Durch die Ausdehnung des Erfolgsmodells werden nochmal weitere Synergie- und Einspareffekte möglich“, so Petra Müller-Klepper. Erfreulich sei, dass auch die Gemeinde Walluf dem Verbund beitreten wolle und hierfür die Vorbereitungen liefen. „Dann wird diese Kooperation, mit der durchweg positive Erfahrungen gemacht worden sind, den kompletten Rheingau umfassen.“

IKZ: Erfolgsmodell im Rheingau-Taunus
Mit dieser Entwicklung unterstreiche die Region ihre Vorreiterrolle bei der Interkommunalen Zusammenarbeit in Hessen. „Aus einem Experiment ist in elf Jahren eine Erfolgsgeschichte geworden“, bilanzierte die Abgeordnete. Seit 2008 seien 16 Projekte im Rheingau-Taunus mit einem Gesamtvolumen von 1.095.000 Euro vom Land gefördert worden.

In der Anfangsphase sei die IKZ im Kreisgebiet mit Projekten im Bereich der klassischen Verwaltung gestartet - bei der Kämmerei, der Steuerverwaltung oder dem Standesamt. Dann sei die Förderung der Fusion von Ortsteilfeuerwehren hinzugekommen. 2017 habe das Land die neu gegründete Anstalt für Erneuerbare Energie Rheingau-Taunus und damit die Kooperation von elf Kommunen im Kreis bei der Planung und Durchführung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien unterstützt. Im vergangenen Jahr sei die Kooperation im Netzwerk Wohnen Rheingau-Taunus gefördert worden, mit dem durch Anlaufstellen in den Kommunen ein Informations- und Beratungsangebot zum selbstbestimmten Wohnen im Alter, bei Krankheiten oder Behinderungen geschaffen wurde.

Region wächst zusammen
Die IKZ helfe, Kräfte zu bündeln. Es werde ein Mehr an Gestaltung, Professionalität und Leistung und somit an Qualität für die Bürger erreicht. „Es werden Ressourcen effizienter eingesetzt, Kosten reduziert und die Wirtschaftlichkeit erhöht. Projekte werden möglich, die allein nicht zu schultern wären. Entscheidend ist aber auch: die Region wächst zusammen“, skizzierte Petra Müller-Klepper die positiven Auswirkungen.

Das Land sei seit Anbeginn Motor und Begleiter der Kommunen in diesem Prozess. Es setze Anreize durch finanzielle Fördermöglichkeiten und gebe konkrete Hilfestellung durch das eigens für die IKZ-Projekte eingerichtete Kompetenzzentrum. Die Unterstützung erfolge unbürokratisch und einfach. Landesweit seien mittlerweile 320 Kooperationen, an denen über 1.200 Gemeinden beteiligt sind, mit insgesamt 22 Millionen Euro gefördert worden.

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